»Mantı ist gar nicht türkisch« – ein Podcast zur Erinnerungskultur mit Maviblau

Im April 2023 hat uns die liebe Serap von Maviblau besucht. In ihrem Podcast zur Erinnerungskultur haben wir über uns, die türkische Küche und Kultur gesprochen. Es war sehr unterhaltsam! Danke die Serap!

Podcast Erinnerungskultur

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Transskript

00:00:00 — Serap 🎙️

Hallo und herzlich willkommen im MaviBlau Magazin. Heute eröffnen wir eine weitere Sphäre im Themenfeld der Erinnerungskultur und sprechen mit den beiden Gründerinnen und Köpfen hinter KochDichTürkisch Orkide und Orhan Tançgill über Essen, Kultur und alles, was dazugehört. Orhan Du bist gelernter Wirtschaftsingenieur fürs Verlagswesen, hast 2006, KochDichTürkisch erstmal als Hobby in Form eines Video Podcasts gegründet und damit wart ihr auch eine der ersten 50 Blogs oder Food Blogs in Deutschland.

Zu dem Thema und habt dann 2011 ganz offiziell als Verlag weitergemacht. Orkide, du bist studierte Produktdesignerin aus der Fachrichtung Textil. Eigentlich bist du auch in Düsseldorf gelandet und bist dann in der Elternzeit auch in das Projekt eingestiegen. Und seit 2011 seid ihr zusammen sozusagen die Köpfe dahinter. Hallo, noch mal schön, dass ich mit euch heute sprechen kann. Genau worüber wir heute gerne reden möchten bzw was ich gerne mit euch besprechen möchte, ist, was eigentlich Erinnerungskultur auch mit Essen zu tun hat.

Wie das Entdecken von Gerichten relevant dafür ist, von der Zubereitung bis hin auch zum Verzehr alleine oder in der Gruppe. Und welche Fragen sich auch ein bisschen dahinter verstecken, MaviBlau trifft heute nicht das erste Mal auf euch. Mein Kollege, der Laurenz, hat euch 2017 schon mal kurz interviewt und da hattet ihr ganz frisch das vierte Kochbuch Kebap’lar auf den Markt gebracht und Orhan du es uns damals erzählt, dass dein damaliges Lieblingsgericht Simit Köfte ist und dass du dieses Gericht sehr empfiehlst, weil die türkische Küche mehr kann als nur Kebab.

Und was mich heute interessieren würde gerne von euch beiden. Was sind eigentlich derzeit? Also wenn ihr das heute beantworten müsstet, eure jeweiligen Lieblingsgerichte.

00:01:41:02 — Orkide 👩🏻‍🍳

Fange ich einmal mit meinem Lieblingsgericht an! Eigentlich sind es so die ganze Kategorie der zeytinayağlı, die ganzen “Speisen in Olivenöl”. Die haben es mir im Grunde angetan. Da kommt es gar nicht drauf an, welche Gemüse Speise das ist, das sind ganz viele verschiedene. Alle sind vegan, weil sie einfach komplett ohne tierische Produkte auskommen.

Sie sind sehr lecker, aromatisch mit viel Olivenöl. Im Sommer sind die schön frisch. Da kann man dann das gute Fladenbrot dann so rein dippen und genießen. Und das ist so eine ganz große Liebe, die ich dafür empfinde. So eins meiner Lieblingsspeisen.

Kueche 2 scaled

00:02:21:13 — Orhan 👨🏻‍🍳

Ja, ich bin. In den letzten Jahren bin ich sehr auf die Pilaws gegangen, also weil wir ja eine ganz eigene Pilaw-Kategorie haben, so wie du das mit den Zeytinayağlı gesagt hast. Pilaw Kategorie ist nicht bei uns einfach nur ein bisschen Reis oder Bulgur, sondern sind es knapp über 200, 300 Gerichte. Haben wir auch für jede Region. Und meine Mutter zum Beispiel hat immer zu Hause bei uns, was Orkide natürlich auch sehr gerne weiter macht.

Özbek pilavı zubereitet. Das ist so ein Schicht.Pılaw. Kommt ursprünglich aus Usbekistan, wird da Plov genannt und in Kasachstan wird es auch Plow genannt. Und wir lieben das und unsere Kinder versinken auch da drin. Und ja, diese ganze Kategorie ist für mich einfach noch total spannend, immer weiter darum zu spinnen und neue Sachen zu entdecken.

00:03:07:15 — Serap 🎙️ 

Ja, danke euch. Orkide kannst du uns vielleicht in drei Sätzen sagen, Was KochDichTürkisch heute ausmacht? Also wir haben ja gehört, dass ihr auch als Hobby erst gestartet seid, aber wenn ihr es heute definieren würdet, weil es auch ein paar Jahre her ist, wie würdet ihr das in drei Sätzen zusammenfassen?

00:03:22:19 — Orkide 👩🏻‍🍳

Eine Kochschule. Wir sind ein Verlag und Sie haben ja den Shop hier in Flingern in Düsseldorf und den Onlineshop. Also es geht um den Verkauf, um Freizeitgestaltung, gemeinsam Projekte machen, gemeinsam kochen und das auch in Büchern festhalten. Inzwischen haben wir ja fünf Kochbücher geschrieben und das komplettiert so das Gesamtpaket. Also alles, was sich um die türkische Küche dreht und Kultur! Ja

00:03:49:15 — Serap 🎙️

…genau. Und wenn ihr jetzt auch die letzten sind, sind ja mehr als zehn Jahre vergangen. Wenn ihr jetzt noch mal überlegt, habt ihr das Gefühl, dass ihr durch diese Angebote den Leuten da draußen besser zu verstehen geben könnt, dass die türkische Küche mehr ist als der Dönerladen um die Ecke? Orhan

00:04:06:01 — Orhan 👨🏻‍🍳

Ja, wir haben wirklich gelernt die letzten 10-15 Jahren. Wir haben wirklich sehr viel Dinge ausprobiert. Also am Anfang der Verlag, da haben wir auch mal ein digitales Magazin gemacht. Wir sind auf Streetfood Festivals gegangen, wir haben Pop up Stores gemacht und Lesungen gemacht. Aber wir haben im Kern entdeckt, dass das, was wir jetzt machen, genau das ist die richtige Mischung ist, die wir brauchen, damit wir wirklich im Einzelnen, also nicht in der breiten Masse, nicht irgendwie im Fernsehen oder auf einem riesen Social Media TikTok Kanal oder sowas, sondern wirklich face to face mit den Menschen erklären können, was die türkische Küche ausmacht.

Und das hat die Vielfalt, die über die halbe Welt geht. Wir kommen ja ursprünglich aus dem fernen China und sind gereist bis nach Anatolien und dann mit dem Zug nach München gekommen. Das sage ich mal so in einem Satz ganz gerne, weil das unsere Facetten zeigt. Und das tun wir hier wirklich vor Ort mit Face to Face machen, weil wir dann auch merken, wie die reagieren, die Menschen nicht in Klischee Richtung, sondern dass die dann auch Respekt haben vor unserer Kultur und unserer Küche und dann ein ganz anderes Bild auch über uns haben.

00:05:13:02 —Orkide

Da würde ich vielleicht noch mal kurz zu ergänzen, dass die türkische Küche einfach viel mehr darstellt. Also wenn die Leute hierher kommen und die türkische Küche entdecken, sind sie völlig fasziniert, weil es einfach über dieses, diese Speisekarte, die sie sonst in Restaurants oder Imbissen kennenlernen, komplett hinausgeht. Und die sind begeistert und ja, auch baff von der Vielfalt, die sie erschlägt.

Sind ja drei Kontinente, die quasi die türkische Küche auch beinhaltet. Und das wissen viele leider nicht.

00:05:43:06 — Orhan 👨🏻‍🍳

…und 30-40 verschiedene Kultur, die im Osmanischen Reich waren, die aus Asien sind und die vermengen sich alle darin. Und das ist für dieses Nationaldenken „Türkei“ immer schwer im Kopf rauszukriegen. Und das können wir wirklich hier mit vielen Gesprächen machen, mit viel zeigen. Und wir merken das, wenn die Menschen wieder zurückkommen und zweiten Kochkurs buchen oder noch mal Zutaten kaufen oder mit ihrer Firma kommen, mit ihren Freunden kommen, dann merken wir okay, das hat gefruchtet und sie backen einmal im Monat Börek oder machen das Zeytinyağlı regelmäßig.

Und dann leisten wir perfekte Integrationsarbeit.

00:06:25:05 — Serap 🎙️

Das ist ja ein total spannender Punkt, an dem ihr dann jetzt seid, diese ganzen Learnings eingeflochten zu haben, sich immer weiterentwickelt zu haben. Wenn wir noch mal an den Anfang zurückgehen, als du das als Hobby gestartet hast, hattest du eine Intention oder war das so aus der Lameng? Ich mach das jetzt einfach.

00:06:38:07 — Orhan 👨🏻‍🍳

Doch da war eine ganz krasse Intention. Das Lameng war — das sozusagen „aus der Hüfte heraus“ war, dass ich Technik Nerdy bin, weil ich halt Wirtschaftsingenieurwesen für Media-Publishing studiert habe und damals XML und iTunes, und die Podcasts gingen los und alles war total spannend, aber ich hatte keinen Content und ich habe parallel gekocht. Das hatte ich schon vorher gemacht und da habe ich gemerkt, das könnte man noch machen und es war aber auch parallel diese Sarrazin Zeit.

00:07:04:05 — Orhan 👨🏻‍🍳

Das heißt, wir sind wieder auf einmal ein paar Schritte zurückgekommen von unserem Blick der Türken in der deutschen Gesellschaft. Und da dachte ich, wir müssen noch irgendwas dagegenhalten, was nicht politisch ist, sondern kulturell ist, und zeigen, was wir sind, was wir viel mehr sind als das, was die da sehen. Und das war so die ursprüngliche Intention. Also Technik Nerd plus kulturell ein bisschen anders dazu stehen und das haben wir ganz, glaube ich, ganz gut hingekriegt.

00:07:31:03 — Orkide 👩🏻‍🍳

Und es ist ja auch viel einfacher, Menschen über etwas zu erreichen, was sie gerne tun. Menschen essen einfach gerne. Kulinarik ist etwas Tolles, um den Weg dafür zu ebnen. Also ich sag mal, die Integration geht bei uns so ein bisschen auch durch den Magen, wenn dieser Tisch mit diesen vielen türkischen Köstlichkeiten gefüllt ist, sich die Leute die Schälchen hin und her reichen, funktioniert die Integration automatisch auf beiden Seiten und man freut sich darüber.

Man isst, man kommuniziert miteinander an einem Tisch und dann ist es egal, welcher Religion, welcher Herkunft die Leute sind. Und man sagt manchmal nicht egal welcher Fußballmannschaft, aber man kommt zusammen, man rückt näher und das macht das Ganze viel spielerischer, viel einfacher.

Orkide Orhan Kueche 2023 hochkant scaled

Podcast über türkische Küche & Erinnerungskultur

00:08:17:07 — Orhan 👨🏻‍🍳

Genau das kann ich noch mal unterstreichen mit dem spielerisch Wir wollen sind auch provokant. Der Begriff ist ja schon provokant. KochDichTürkisch ist ja eigentlich grammatikalisch erst mal so falsch in Anführungszeichen, aber es ist halt auch ein bisschen das Aufgenommene von Straßen Jargon, was heutzutage in den 20er normal ist, dass man keine Artikel und so verwendet. Das war vor 20 Jahren anders.

Wenn du gesagt hast, du Opfer, dann hat man gesagt Oh Gott, das ist ein Kanake, der irgendwie kein Deutsch kann. Und das war schon provokant. An der Stelle zu sagen KochDichTürkisch – Türkisch kochen auf Deutsch an der Stelle mit dem Claim Das war schon provokant in der Hinsicht zu sagen Hey, wir können das, wir können Deutsch, das ist nicht das Problem, sondern wir machen es richtig, dass das, was diese Ingenieurs denken, das ist alles ganz genau ist auf Deutsch, aber trotzdem mit dem Spielerischen, mit der Sprache spielen, mit den Vorurteilen spielen, aber immer nur im Augenzwinkern und nicht albern.

Also, dass das das, worum es heute durch. Dass wir versuchen, nicht albern zu sein, das ist, das kann man ganz schnell machen. Es wandern irgendwo auf den Comedian Niveau. Das sind wir aber nicht. Sondern immer spielerisch. Egal was wir tun. Alles so mitnehmen und im Kopf bleiben. Das ist so die Idee.

00:09:30:21 — Serap 🎙️

Ja, ich würde auch so diese Weitsichtigkeit ausdrücke, die du beschrieben hast. Also für mich klingt das auch so ein bisschen, als wärt ihr sehr früh gewesen mit dem Gedanken. Also heutzutage glaube ich auch die Personen, die zum Beispiel unser Magazin lesen, würden dem total zustimmen. Aber ich kann mir vorstellen, dass das vor zehn Jahren einfach unfassbar neu war, diese Herangehensweise ja noch mehr richtig, Genau.

Und das finde ich total spannend, weil ihr ein Handwerk da mit drin habt. Was ich gerade beschrieben habe, dass es die Diversität schlechthin über mehrere Kontinente, zig Kulturen, zig Rezepte und das wäre auch so meine nächste Frage. Was mich noch mal interessiert hat, wenn man zum Beispiel bei euch auf der Seite nach einem Rezept guckt ich sag jetzt mal die typische türkische Linsensuppe, Mercimek çorbası da gibt es ja gefühlt über 500 Rezept Möglichkeiten.

Wie kommt ihr auch so an den Punkt zu entscheiden, Ab wann ist dieses Gericht definiert, wann was gehört unbedingt rein, damit es eine Mercimek çorbası ist?

00:10:22:22 — Orkide 👩🏻‍🍳

Das ist für jeden hier ein bisschen anders. Also bei uns kommt zum Beispiel eine Kartoffel und eine Möhre mit rein. Das muss man nicht machen, Das kriegt man auch ohnehin einige sieben die Suppe vorher, damit sie schön sehmig wird, einige pürieren. Es ist bei jedem bisschen anders und das ist auch okay. Das versuche ich auch immer in den Kochkurse zu vermitteln.

Jeder darf ein bisschen seinen eigenen Stil entwickeln dabei. Ich zeige euch einmal, wie ich das zubereite. Ich habe das sehr, sehr oft gekocht. Ich habe verschiedene Versionen der Suppe gekocht und wir entscheiden uns dann einfach für eine, oder wir nehmen die, die unsere Mutter z.B. gekocht hat, auch ein wenig als Hommage an unsere Mütter oder Väter, je nachdem. Das ist okay.

Jeder darf so ein bisschen seine eigene Suppe dann zubereiten. Und das ist auch das Schöne, diese Vielfalt der verschiedenen Rezepte, die wir haben. Manche kommentieren auch Nee, so wird das nicht gemacht, weil es bei denen in der Familie einfach anders gemacht wird. Aber das heißt ja nicht, dass es falsch und das ist auch okay. Also jeder darf so ein bisschen spielen und seine eigene Suppe zubereiten.

Wir haben.

00:11:26:03 — Orhan 👨🏻‍🍳

Wir haben ja auch Varianten auf der auf dem Blog oder in Büchern, dass eine Börek wird so gemacht, bei dem anderen Börek zum Beispiel. Orkide mag kann keine Korinthen. Ich mag die, beim Börek magst du es aber beim Özbek pilav nicht. Das ist unterschiedlich und das ist vollkommen, wie Orkide schon gesagt hat, in Ordnung. Es ist regional bezogen Familientradition bezogen und wir nehmen auch diese Situation immer wieder bei den Kochkurse und bei den Texten über Schreiben auf.

Das heißt, wir fragen die Leute also wenn junge Frauen reinkommen bei uns türkische türkischstämmige, frage ich immer Wie machst du dein pirinç pilav? Und die eine sagt mit Butter, die andere sagt mit Olivenöl und die andere sagt beides. Und dann kann ich immer direkt sagen Du kommst aus dem Osten, du kommst aus der Mitte und du kommst aus dem Westen, der Türkei und gucken mich an, so stimmt das.

Und das Gleiche ist mit der Linsensuppe. Das wird von Westen ist sie heller im Osten, ist hier roter. Und das ist doch schön. Das ist doch schön. Es geht um Kartoffelsalat in Deutschland, im Süden mit Olivenöl, mit mit Öl und Essig und ab Frankfurt aufwärts mit Mayo.

00:12:34:16 — Orkide 👩🏻‍🍳

Ich sag immer Gott sei Dank sind auch die Landesgrenzen nicht die Grenzen des Essens. Nur was über Landesgrenzen hinausgeht, entwickelt auch eine wunderschöne Vielfalt. Und manches wird sogar noch viel, viel besser und reicher dadurch. Das ist genau wie mit den Gesellschaften. Wenn es sich mischt, ist es halt vielfältiger und reicher. Und das ist beim Essen genau so und deswegen gibt es nicht.

Das ist falsch, das ist richtig, sondern es gibt nur ein Miteinander und gemeinsam. In den Kochbüchern schreiben wir oft Varianten dazu, um den Leuten zu zeigen Guck mal, so und so kann man es auch machen. Das bereichert, bereichert auf jeden Fall jedenfalls.

00:13:12:24 — Serap 🎙️

Ich habe auch im Internet gesehen, dass ihr ja extra so Foodreisen macht. Also die heißen glaube ich SchmeckDichTürkisch, wenn ich das richtig gelesen habe. Und es geht ja ein bisschen drauf zurück, was sie gerade gesagt hat, dass man regional teilweise schon innerhalb von 15 Kilometern merkt okay, da wächst folgende Paprika Sorte und dadurch schmeckt das einfach direkt schon wieder anders.

Ich finde das total spannend. Vielleicht könnt ihr uns so ein bisschen reinholen in diese Recherchen vor Ort. Ihr fahrt ihr auch als ganze Familie dahin, wenn ich das richtig gesehen habe. Mit welchem Gefühl startet ihr diese Reisen? Wie wie geht es euch, wenn ihr dann einsteigt? Und jetzt geht es los.

00:13:43:14 — Orhan 👨🏻‍🍳

Vor war total total gespannt. Also wir haben das hier angefangen, auch so ein bisschen auf den Pfaden unserer Eltern, weil unsere Eltern ja als wir Kind waren, immer wenn wir die Türkei gefahren sind, auch mit dem Auto oder dann vor Ort mit unserer Familie, das Papa und Mama dann immer gesagt, wir müssen jetzt hier rausfahren und ekmek kadayıf essen, wir müssen jetzt hier rausfahren und yoğurt essen wir müssen jetzt hier rausfahren und Baklava essen. Ey, warum fahren wir hier jedes Mal woanders raus.

00:14:08:16 — Orhan 👨🏻‍🍳

Das machen wir in Deutschland nie und das versuchen wir an der Stelle weiter zu machen. Für die Kinder ist es auch schön, weil sie dann halt auch dieses Erlebnis dabei haben. Aber wir machen noch mal einen Schritt mehr, möchten das ja auch dokumentieren. Einmal für unsere Rezepte, die wir festhalten wollen. Wir sprechen mit den Köchen dort vor Ort evtl. machen wir auch Interviews, kleine Videos, die noch nicht veröffentlicht sind.

Das ist noch ganz viel in der Schublade, aber die Spannung ist der Wahnsinn. Also wenn du dann, dann vor Ort bist mit einem Meister, der 50 Jahre nur diese Suppe gemacht hat und nichts anderes und du schmeckst, das ist okay. Jetzt weiß ich, was Sie meinen. Wenn man sagt, da pilgern die Leute hin, dann versteht man was. Und diese Kultur weiterzugeben, auch an die deutsche Gesellschaft zu sagen Guck mal, da ist etwas, was über die Jahrhunderte gewachsen ist, weil Anatolien ja auch schon seit Jahrtausenden ein ja, eine Quelle verschiedener Kulturen ist, Dass man das dann auch zeigt.

Und man sieht so Reichtum an Kultur, an, an Möglichkeiten, die man auf dem Gaumen hat, aber auch wie nerdy die die sind, wie krass krank die eine Sache bis zur Perfektion machen.

00:15:16:22 — Orkide 👩🏻‍🍳

Und die Türkei ist sehr geprägt von Diversität. Verschiedene Völker, verschiedene regionale, klimatische Verhältnisse und das Essen ist immer eine Summe der Region. Also das Essen ist immer die Summe der Region, also des Klimas und der Verhältnisse. Was dort wächst, geht irgendwie mit in das Essen der jeweiligen Kultur oder Personen mit ein.

00:15:40:20 — Orhan 👨🏻‍🍳

Aber manche Sachen werden auch mitgebracht, zum Beispiel auch mal Butter. So ein bisschen reingekommen durch die Türken, die aus dem Osten gekommen sind, weil sie merkten, so ein Stück der Butter Sachen sind wirklich mehr im Osten, viel stärker als im Westen. Die Olivenöl Geschichten Olivenöl im Byzantinischen Reich, bei den Griechen sehr stark geprägt und auf einmal mischt sich das Ganze und es entstehen neue Speisen.

00:16:05:16 — Orkide 👩🏻‍🍳

Und wir haben auch mit der Zeit festgestellt, dass ich sage mal, die Türken, die hier in Deutschland leben, auch alle aus unterschiedlichen Regionen der Türkei kommen. Meine Mutter hat zum Beispiel Speisen zubereitet. Ihre Familie kommt ursprünglich von der Schwarzmeerküste aus Rize, wir haben ganz anderes Essen zu Hause gekocht. Und ja gelernt. Auch als Orhans Mutter, die dann aus Mittel Anatolien kommt, aber lange Jahre Urlaub an der Ägäis-Küste gemacht hat und das auch zu erzählen ist, auch wirklich spannend und auch zu entdecken für uns.

Also wir sind jedes Mal auch selber begeistert, obwohl wir uns schon seit so vielen Jahren mit dem türkischen Essen beschäftigen, finden wir auf jeder Reise immer irgendwelche Speisen. Die hätten wir im Leben selber nicht mal dort verortet und das ist super spannend und das festzustellen.

00:16:49:18 — Orhan 👨🏻‍🍳

Und das Krasse ist, wenn noch weiter recherchierst… Wir recherchieren ja auch schon osmanischen Speisen, aus dem 12., 13., 14. und 16. Jahrhundert, wo da liest du da Sachen und denkst du so – oh Gott, das habe ich noch nie gehört, noch nie gesehen, Das wird auch gar nicht mehr gekocht und nicht mehr zubereitet. Und da wollen wir auch noch hin. Und wenn wir das geschafft haben und zehn Bücher rausgebracht haben, gucken wir ganz gemütlich.

00:17:10:20 — Orkide 👩🏻‍🍳

Ja, da geht es auch ums Festhalten und Erinnern, weil das sind auch die Gerichte. Vielleicht nicht von meiner Oma, aber von der Oma einer anderen Frau oder eines anderen Mannes. Das ist auch eine Art Kultur, die es sich lohnt festzuhalten, weil Essen und Schmecken ist eine Erinnerung, die sehr, sehr wertvoll ist. Ganz viele werden dieses Gefühl kennen, wenn sie etwas Bestimmtes essen, dass sie sich in eine Zeit oder in eine Region zurückversetzt fühlen und so schmecken, ist eine sehr starke und wirkungsvolle Erinnerung.

00:17:42:13 — Orhan 👨🏻‍🍳

Habe ich auch mit Ärzten und Wissenschaftlern gesprochen. Und die meinten ja auch, dass diese Erinnerungskultur ja nicht das Generation und das heißt, wir können bis zu sechs Generationen haben wir Erinnerung in unseren Genen drin, da können auch Traumen drin sein, also Kriegserfahrungen etc. Aber natürlich auch positive Dinge wie Geschmäcker. Und das passiert mir manchmal in der Türkei, dass wenn ich irgendwo bin und irgendwas geschmeckt habe oder irgendwas gerochen habe, ich sage, hier war ich schon oder irgendetwas von mir war schon mal hier.

Das kenne ich und wirklich Gänsehaut. Was ist hier los? Und das, das merkt man, das ist, das ist Erinnerungskultur, die weiterleben.

00:18:18:06 — Serap 🎙️

Und es ist total spannend, weil ich jetzt noch mal, als ich vorbereitet habe, auch gesehen habe, Ihr wart ja auch in Gaziantep zum Beispiel, und da musste ich sofort daran denken, auch die Simit Köfte, die du eben von denen wir eben gesprochen haben, die kommen jetzt zum Beispiel von da, und das ist ein Ort, der eine Hochburg für Foodies ist, für die Diversität von Essen.

Ihr habt selber was, ihr habt das erlebt, ich muss euch das nicht erklären. Und dann jetzt zu wissen, dass durch die Folgen des Erdbebens in der Region und auch in vielen anderen Städten und ich möchte jetzt Gaziantep nicht hervorheben, aber das so stark von Verlusten betroffen ist, dass ich auch noch mal überlegt habe, wie ist es für euch, das zu wissen, weil ihr halt da wart und euch durchprobiert habt und auch also für mich schwingt da so eine Sorge mit von was, wenn das verloren geht und wie geht das dann weiter?

Wie wie? Ihr habt da bestimmt auch schon drüber nachgedacht. Wie geht es euch damit?

00:19:02:15 — Orkide 👩🏻‍🍳

Wir waren ja erst vor kurzem dort. Also ich war jetzt mit meinen Eltern im Herbst da und hat genau in dieser Region eine Reise gemacht, Hatay, Antep, Antakya. Kahramanmaraş, Antep, überall da bin ich gereist mit meinen Eltern und einige dieser Städte sind so stark beschädigt, dass es bestimmt 5 bis 10 Jahre Minimum dauern wird, bis die einigermaßen wieder auf dem Stand von früher sind.

00:19:26:24 — Orkide 👩🏻‍🍳

Mein Vater hat sogar noch gesagt Gott sei Dank waren wir noch da und haben so ganz viele Sachen noch sehen und schmecken können, wie sie ursprünglich sind. Ich bin sicher, vieles, viele der Läden oder viele der Personen, die dieses Essen ausgemacht haben. Entweder sind sie nicht mehr da oder werden nach dieser Geschichte das nicht mehr praktizieren.

Und da geht so viel Kultur auch verloren. Das ist wirklich nicht nur das Essen, auch Museen. Ganz viel Kultur ist einfach zerstört worden. Was? Nie wieder.

00:19:55:11 — Orhan 👨🏻‍🍳

Jein. Also bis jetzt Jein sagen, weil auf der einen Seite große Hilfe aus der Bevölkerung, also es gibt so ein türkisches Wort *damar* – die Ader des Leidens ist bis in alle Adern der der Türken eingeflossen ist. Heißt wir die hier leben, dann haben wir genauso gelitten, als wenn wir dort wären. Das ist schon krass für mich vom Gedanken her. Aber auf der anderen Seite weiß ich, wie die Menschen vor Ort ticken und das seit 5000 Jahren.

00:20:20:15 — Orhan 👨🏻‍🍳

Also das ist jetzt kein Gebiet, was noch keine Unglücke erlebt hat, sondern das ist regelmäßig dort passiert. Alle 50 bis 100 Jahre gibt es Brände, Erdbeben, Überflutungen, alles Mögliche. Das Gebiet ist fruchtbar, aber halt auch gefährlich. Alle Völker, die schon dort gelebt haben, bis heute da sind, haben sich immer wieder aufgebaut. Es gibt Kultur, solches Mosaik, diese Mosaik Kultur wird durch 200 oder 300 Jahre gelebt und ist dann vernichtet worden durch ein Erdbeben und durch den Brand.

Und dann gab es nichts mehr. Die waren dann weg, aber die das was wir übrig gelassen haben, das ist ja heute dort ausgestellt. Und so wie ich das gehört habe, die Menschen dort möchten das dann auch wieder so aufbauen. Und das ist doch, glaube ich, in deren Blut, also in deren Generation, die schon immer dort gelebt haben. Wir werden das wieder aufbauen, so wie es früher gemacht haben. Stehaufmännchen. Und das muss man ja respektieren. Und wir helfen denen in Anführungszeichen, indem wir darüber kommunizieren und auch sagen Komm, wir fahren da jetzt hin und reisen und essen und supporten das.

00:21:17:22 — Orkide 👩🏻‍🍳

Und das ist ja Mesopotamien, also diese Gegend, das ist ja der Ursprung der Zivilisation, der Kultur von vielen Dingen. Olivenbäume kommen von dort. Brot, also Weizen wurde das erste Mal angebaut, Brot hier wurde dort gebraucht, Bulgur kommt quasi von da. Also das sind so ganz viele Kernelemente, die dort entsprungen sind. Vor 12.000 Jahren hat das schon angefangen mit dem, mit dem Leben und mit dem Menschen dort.

Und deswegen sind entsprechend auch viele Kulturen schon dort gewesen. Und das macht eben auch diesen Reichtum aus. In der Kunst, in der Kultur, in der Gastronomie, im Geschmack, alles das dort verwoben und miteinander. Und deswegen ist es so reich, diese Gegend.

00:22:01:18 — Serap 🎙️

Also wenn man jetzt auch zurückblickt, weil du gesagt hast, du warst auch vor kurzem da mit deiner Familie, gibt es irgendwas, was die Leute vor Ort die mitgegeben haben, was jetzt doppelt und dreifach wertvoll für dich ist?

00:22:11:22 — Orkide 👩🏻‍🍳

Ja, ganz viel eigentlich. Die ganzen Eindrücke, die ich natürlich dort hatte. Alles, was ich gesehen, geschmeckt habe, alles, was ich mit den Menschen dort kommuniziert habe, alles wertvoll. Die ganzen Erinnerungen dort, die Fotos, die wir gemacht haben, die Interviews, die wir zum größten Teil mit den Menschen geführt haben.

00:22:28:11 — Orhan 👨🏻‍🍳

Jedes Mal, jedes Mal, wenn die Leute bei uns im Laden sind und uns fragen Das Bild wo der eine kadayıf-Meister, da ist in Antakya und fragen so was ist das und das ist kadayıf und das und dies und das und dann sagen Ah, das hab ich schon mal gegessen, Aber ich wusste nicht, wie das gemacht worden ist und einfach nur bei denen im Kopf bleibt.

Das ist in Antakya, oder will ich mal hin und die fahren irgendwann da hin, Dann haben wir was mitgenommen, was allen hilft. Also eine Erinnerungskultur für die Speisen. Aber auf der anderen Seite natürlich eine Huldigung vor Ort. Und dann auch, dass das Ganze da weiterlebt.

00:23:01:20 – Serap 🎙️

Ja, ihr seid jetzt auch noch mal auf die Kochkurse zu sprechen gekommen, und ihr habt auch am Anfang gesagt, das sind diese Begegnungsorte und das ist auch etwas, was ich total spannend finde. Also diese physische Zusammenkunft, wie würdet ihr das beschreiben, wenn zu den Kursen auch es kommen ja auch Leute, die sich gar nicht kennen und dann einfach zusammen kochen wie wie es wie ist, dieser Ort.

00:23:22:12 — Orkide 👩🏻‍🍳

Ist und ja, die Leute kommen manchmal als Fremde und gehen als Freunde wieder. Wir haben das auch schon gehabt, dass völlig Fremde gemeinsam gekocht haben und dann haben die sich für den nächsten Kochkurs dann verabredet, um ihn wieder gemeinsam zu machen, weil es ihnen so viel Spaß gemacht hat. Der Tisch ist eben eine Integrations- und Kommunikations-Brücke. Er führt Menschen zusammen und das ist wirklich toll.

Wir haben natürlich diese offenen Kochkurse, wir haben aber auch geschlossene Kochkurse, wo Firmen zu uns kommen. Da entscheidet manchmal der Chef. Komm, wir machen jetzt einen Kochkurs. So wie nennt sich das?

00:23:53:15  — Orhan 👨🏻‍🍳

Teamevent

00:23:54:02 — Orkide 👩🏻‍🍳

Team Event und machen da gemeinsam etwas, schaffen etwas und essen auch gemeinsam. Das sind auch immer wieder Leute dabei, die wären vielleicht freiwillig nie zu uns gekommen. Die kommen dann hierher, sind sogar manchmal ein bisschen skeptisch und sagen Ich bin mal gespannt, was jetzt auf mich zukommt. Ich es nicht so gerne türkisch und dann sage ich Komm, lass dich mal überraschen.

Und nachher, wenn die gehen, sind die so begeistert, dass sie uns umarmen oder sagen Komm, ich? Das war es hat so toll geschmeckt, ich bin so begeistert, Ich komme mit meiner Familie wieder.

00:24:23:08 — Orhan 👨🏻‍🍳

Oder die kommen flüsternd und sagen so, Eigentlich wollte ich gar nicht türkisch, dachte ich, da kann man doch nichts kochen. Ich bin jetzt aber komplett überzeugt und kauf noch mal zwei Bücher und dann haben wir so ein bisschen geschafft. Also wirklich diesen anderen Blickwinkel, wo ich ganz am Anfang gesagt habe, dieses Bild auf die türkische Kultur und türkischen Küchen-Kultur zu drehen innerhalb von 2-3 Stunden, das ist die Erfahrung, die wir jetzt gesammelt haben und die wir wissen auch immer, wo wir sie ein bisschen anpacken können.

Das macht sehr viel Spaß, muss ich sagen, auch ein bisschen Genugtuung aber auch man geht sehr glücklich daraus und ist zusammenkommen. Dann muss ich auch noch mal unterstreichen, dass Düsseldorf auch mal ein schöner Part, weil hier hat man nicht so diese Berührungsängste. Wenn ich irgendwo eine Kneipe gehe, setze ich mich dazu und quatschen ein bisschen. Das ist kein Problem.

Ich glaube, in anderen Städten weiß ich nicht, ob das das Produkt, Produkt oder die Dienstleistung, die wir gemacht haben, so gefruchtet hätte. Ich glaube, anders herum Wenn wir KochDichDeutsch in der Türkei machen würden, würden wir nicht so gut ankommen, weil die Grundhaltung in Deutschland da muss ich dann sagen, die deutsche Gesellschaft ist toll, die ist sehr neugierig zu anderen Kulturen ist es vielleicht in der Politik sieht das, in den Medien macht es mir nicht so aus.

Aber die Menschen selbst genau andersrum sind offenherzig und möchten die Kultur leben. Sie möchten sie in ihre Küchen integrieren, sie möchten in ihre Länder reisen. Und wenn dann Elemente dann irgendwie reinfallen Wie schön kann das alles sein.

00:25:51:03  — Orkide 👩🏻‍🍳

So geben sie uns auch die Möglichkeit, sie da abzuholen und mitzunehmen in die türkische Kultur. Das ist wirklich sehr schön. Also wir haben die Möglichkeit, sie abzuholen und mitzunehmen und auf unserer Reise.

00:26:01:21  — Orhan 👨🏻‍🍳

Ja immer wieder fasziniert. Also wenn die Leute zusammenkommen und dann glücklich raus gehen oder auch sich dann unter jeder Altersgruppe, ob das dann die 70-jährigen Rentner sind, die ganz schick angezogen kommen und dann die Jungspunde mit 18/19/20 noch irgendwie später in den Club gehen, das ist alles dabei. Und die sind dann aber alle auf Augenhöhe, weil sie ja alle schnippeln und schneiden und essen und kochen und das macht Spaß.

00:26:27:00 – Serap 🎙️

Eure Zielgruppe ist ja recht gemischt. Also ich kann für mich sprechen. Ich bin damals, ich war auch bei einem Kochkurs von euch und ich habe total so gemerkt, wie viel das mit meiner Identität zu tun hat, das in einer Gruppe zu machen, weil ich das von früher kenne, aber das in meinem jetzigen Alltag einfach nicht mehr habe. Also ich bin die dritte Generation und ich würde schon fast sagen, es ist eine Assimilation, die bei mir stattgefunden hat.

Und dann in diesen Raum zu kommen, mit unterschiedlichsten Menschen, also die müssen gar nicht genau den gleichen Background haben wie ich. Das war für mich noch mal dieses Community Feeling, was ich von ganz, ganz früher als Kind zum Beispiel kenne. Habt ihr das Gefühl, dass ihr, wenn ihr diese Räume schafft, auch Leute anspricht, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind wie ich?

Oder ist es eher ja genauso? Wie würdet ihr das beschreiben?

00:27:08:19 — Orhan 👨🏻‍🍳

Haben es in unserer Zeit entdeckt, wofür die Elternzeit hatten, muss ich sagen, weil wir ja auch schon KochDichTürkisch gemacht haben als Hobby und so, aber viele haben bei uns gefragt. Ja, das will ich ja mal probieren. Da haben die immer zum Essen eingeladen, aber da kommen jetzt immer mehr Fragen. Und dann haben wir das geändert und haben die Leute zum Kochen eingeladen und haben gesagt So, wenn ihr Freunde kommt, dann kochen wir zusammen.

00:27:30:15  — Orhan 👨🏻‍🍳

Und dann war das für die immer so *hääää* – im Gedanken erst mal so: klick, warum kochen wir jetzt zusammen. Aber…

00:27:35:16  — Orkide 👩🏻‍🍳

…die lassen mich arbeiten. Oh Gott.

00:27:39:24  — Orhan 👨🏻‍🍳

Auf der anderen Seite haben sie gemerkt genau das, was du gerade geschildert hast. Man fängt an, anders zu kommunizieren. Man sitzt nicht einfach nur am Tisch und redet irgendwie miteinander, sondern man arbeitet und redet dann über alles Mögliche. Was ist mit den Kindern, wie es mit den Eltern auch im Kindergarten gefunden? Wie geht es jetzt in der Schule? Wie ist die Miete hier? Und so weiter Und so weiter. Also der ganze Alltag, dieses soziale Zusammenkommen und beim Kochen, beim Zubereiten der Gerichte über Alltägliches zu sprechen, das hilft uns ja. Das hilft uns ja psychologisch auch, mit dem Problem klarzukommen, dass es, glaube ich, auch so Corona Ding, dass wir das nie nicht mehr hatten und auf einmal auf diese ganzen Lieferdienste und so gegangen sind und dann zu merken, so genau das ist, was ja eigentlich cool ist zusammenzukommen, zu kochen und uns darüber ja einfach zu entspannen.

Also wie soll ich das jetzt formulieren… Mach du mal weiter?

00:28:31:08  — Orkide 👩🏻‍🍳

In der Türkei sagt man ja dazu *imece usulü* dazu, wenn Frauen zusammenkommen, die Nachbarin über generationsübergreifend, die Oma mit dem Enkel etc. Das gemeinsame Schaffen von Dingen ist für die Menschen einfach wahnsinnig zusammen. Es hilft, es schafft Erinnerungen. Das Enkelkind kann sich an die Oma erinnern, wie sie das zubereitet haben. Wir haben auch viele Gäste hier in den Kochkurse, die sagen Meine Oma hat eine bestimmte Speise für mich immer zubereitet und das erinnert mich jetzt ganz stark daran.

Und dass dieses gemeinsam etwas zu erarbeiten, zu schaffen, führt die Menschen auch ganz gut zusammen.

00:29:06:06 — Orhan 👨🏻‍🍳

Hat auch nichts mit Türkisch zu tun.

00:29:08:14 – Serap 🎙️

Nein, klar, nicht.

00:29:09:24  — Orhan 👨🏻‍🍳

Jede Oma, jeder kann ja, aber das müssen wir halt weiterführen. Das finde ich das das, dass wir das auch weitergeben. Nicht nur diese türkische Kultur, sondern dass wir auch immer sagen so hey, nicht zum Essen einladen zum kochen einladen, mach das zusammen, mach die Plätzchen zusammen, kocht den Reis zusammen, was nicht grillt zusammen. Aber so zusammenkommen ist viel gesünder für unsere Seele, als einfach nur essen zu gehen.

00:29:33:22 – Serap 🎙️

Ja, das was der gerade auch beschrieben hat, erinnert mich an einen bekannten Koch und Buchautor aus den USA. Vielleicht kennt ihr den auch? Der heißt Michael W Twitty, der hat ein Buch publiziert, ich glaube 2016 oder 17, das heißt The Cooking Gene. Und da geht er historisch auf den Zugang der eigenen Esskultur ein. Und wie man dadurch überhaupt seine eigene Familiengeschichte finden kann, weil viele ja teilweise gar nicht wissen.

Also vielleicht zwei Generationen. Und dann hört’s auf zurück, wissen, wo sie herkommen. Gerade im Süden der USA und in der Black Community ist das noch mal ein ganz anderes Thema. Und da ist der so ein bisschen drauf eingegangen, illustriert diese Thematik vor allen Dingen auch in Bezug auf Soul-Food, auf deren sogenanntes Soul-Food und wie nicht nur die Familien migriert sind, sondern auch Zutaten migriert sind oder bestimmte Produkte einfach migriert sind.

Und geht da auf Spurensuche. Und was ich da auch total spannend finde zu wissen, gibt es auch Gerichte, die ihr versucht habt zurückzuverfolgen, zum Beispiel aus eurer eigenen Kindheit.

00:30:26:20  — Orkide 👩🏻‍🍳

Die jetzt nicht speziell aus meiner Kindheit, aber es gibt so viele Sachen, die es in der Türkei hat, für eine bestimmte Zeit erst mal nicht gab und die erst später dazu.

00:30:34:20 — Orhan 👨🏻‍🍳

Das haben wir später verstanden, dass entdecken wir immer wieder, wenn wir irgendwo kleine Notiz oder wir sind in verschiedenen Foren drin, man postet etwas und dann steht da so ein Satz und ich so, das muss ich jetzt recherchieren. Zum Beispiel das letztens mit dem Spritzgebäck *tulumba tatlisi. Wo kommen dıe nochmal her?. Es ist so gewesen, dass Turbo Spritz Gebäck in Zucker Wasser eingelegt wird.

Gibt es an jeder Ecke In der Türkei wird auch frisch gemacht, frisch zubereitet, also so auf der Straße. Und dann hat das jemand erzählt, dass das von den spanischen Juden kommt.

00:31:08:04 – Serap 🎙️

Churos – Richtig.

00:31:10:13  — Orhan 👨🏻‍🍳

Und dann habe ich erst noch verstanden, warum die Juden überhaupt in einer großen Menge nach Anatolien gekommen sind und zwar im 15 und 1615 fünfte Jahrhundert , Beyazit II., der zweite sie als Flüchtlinge aufgenommen, weil der spanische König die alle rausgeschmissen hat, 600.000. Das muss man sich erst mal vorstellen, so wie heute. Wenn also von der Menge her, wenn heute 3 Millionen kommen würden oder so was, nur 600.000 damals, das ist richtig viel und die haben sich komplett den Westen hochgezogen.

Und die weitere Geschichte davon ist die traurige ist, die sind ja bis hoch nach Selanik > Thessaloniki und dort haben sich niedergelassen und das ist wohl das zweite Jerusalem Jerusalem geworden. Ist das sozusagen ein Mekka für jüdisches Leben auf dem Balkan. Und da sind auch viele wohin gepilgert und meine Oma ist ja darin aufgewachsen und meine Oma ist ja aus Selanik und sie hat auch viele Gerichte und Speisen dort.

Und als ich das noch mal gelesen habe muss, habe ich auch Pipi in Augen gehabt, weil ich habe dann auch wieder mitgekriegt, dass die Deutschen halt die ganzen Juden dort abtransportiert haben, leider und dass der Ort dann komplett leer war und dass die Griechen erst später da eingezogen sind. Also das Dinge sich wirklich verändern, kulturell und aber auch Speisen und dadurch übrig bleiben, die wir da verfolgen und dann neue Geschichten rauskommen — das wusste ich alles nicht.

Und dann erst mal verstehe, was, was was wir da alles gemacht haben und was da alles passiert ist. Ein weiteres Gericht ist Mantı das ist das Ding, wo sich die Deutschen und die Türken auch immer packe, besonders die aus Kayseri kommen, die finden das dann nicht so lustig, weil Mantı ist ja nichts türkisches, sondern es ist einfach ein dumpling und kommt aus dem Koreanischen.

Das heißt *mantu* – Aber das Türkische daran und das ist was, was wir wieder integriert haben oder was wir zusammen draufgesetzt haben, das ist der *yoğurt*, das kann man nicht bezweifeln. Die Kök-Türken haben das erfunden und es auch widerlegt. Und das hat sich dann komplett gezogen vom chinesischen, sage ich mal kasachischen Raum bis nach bis auf den Balkan und überall, wo mantı mit Joghurt serviert wird, waren die Türken da und das ist doch was Schönes, also das zu verstehen, dass da diese Verknüpfungen da sind, wie sie wandern und wie sie und wie sie sich verändern und einen neuen Namen haben.

Klassisches ist auch Schaschlik aus dem Ruhrgebiet. Da kommt vom Begriff *şişlik* die Russen haben es übernommen von den Osmanen und die Polen haben sozusagen mit der Einwanderung Anfang des 20. Jahrhunderts ins Ruhrgebiet gebracht und jetzt an jeder Pommesbude zu Schaschlik zu finden. Wenn ich das den Leuten dann erzähle, was jetzt? Warum? Und ja, das ist schön und oder eine andere Sache. *kumpir*

Ja klar. Aber dass es auch zurück gewandert ist, sozusagen, weil die Kartoffel ist ja erst Anfang des 20. Jahrhunderts oder Ende des 19. ins Osmanische Reich gekommen. Und in den Achtzigern oder Ende der 70er, Anfang der 80er ist diese große, dicke Kartoffel über den Balkan nach Istanbul gekommen. Und da stand halt Grumbeere drauf, das ist nämlich der Name aus der Pfalz.

Was ist die Sorte Grumbeere, und darum heißt das Gericht *kumpir*.

00:34:10:16  — Orkide 👩🏻‍🍳

Also die gebackene Kartoffel mit den verschiedenen Füllungen.

00:34:14:10 – Serap 🎙️

Gerade aus Istanbul.

00:34:17:18  — Orhan 👨🏻‍🍳

Weil sie auch sehr spannend ist.

00:34:19:17 – Serap 🎙️

Habe ich tatsächlich immer gefragt, warum das kumpir heißt. Also ihr seid ja sehr auch in der Etymologie dann von den Griechen drin und der Migration ist wird das das sechste Buch? Höre ich das da vielleicht raus?

00:34:32:21 – 00:34:47:00

Orhan

Hoffentlich Regional-Küche – also das, was wir seit Jahren SchmeckDichTürkisch sozusagen machen, reisen mit Geschichten dazu. Also wird schon so ein so eine Mischung aus Rezepten und Geschichten. Und danach wollen wir Richtung Osmanisches Reich.

00:34:47:15  – Serap 🎙️

Ja, spannend.

00:34:48:22  — Orhan 👨🏻‍🍳

Also das sind so die nächsten Projekte, die aber schon in eine Schublade sind, wo wir schon viel schreiben, wo wir schon viel kochen. Ist das nicht so, dass es jetzt irgendwie ab Tag so und so fangen wir an, sondern wir sind die ganze Zeit dabei. Aber dieses etymologische, das läuft sowieso immer so, vielleicht machen wir da einfach nur mal ein Buch dazu.

00:35:05:03  — Orkide 👩🏻‍🍳

Und es geht bei diesem Etymologischen auch nicht darum, zu beweisen Wer hat’s erfunden?

00:35:10:09  – Serap 🎙️

Nein, nein, Geschichten.

00:35:11:16 — Orkide 👩🏻‍🍳

Oder da hoffe ich auch immer wieder darauf, sondern es geht darum, einfach ein bisschen die Geschichte dahinter zu verstehen. Aber im Prinzip sind es immer viele Einflüsse, die zu etwas einem so Geschmackvollen Essen führen.

00:35:25:14 — Orhan 👨🏻‍🍳

Darum sage ich immer Darum gibt es ja auch den deutschen Döner.

00:35:28:16 – Serap 🎙️

Richtig.

00:35:29:05 — Orhan 👨🏻‍🍳

Der ganz anders ist als der türkische. Ursprünglich, dass.

00:35:32:06 – Serap 🎙️

Die perfekte Überlage für meinen Nächsten Punkt gemacht. Ich habe nämlich rausgefunden, dass die Wissenschaftlerin Maren Lyrik 2012 ihre Habilitationsschrift zu dem Thema also nicht zum Döner selbst rausgebracht hat. Habt ihr oben Ja, spannend, finde ich gut. Und im Zentrum dieser Studie steht ja so ein bisschen die Frage der Veränderung auch der deutschen Esskultur Nach 45, Das hat sie so sehr breit gefächert.

Und just in diesem Monat habe ich jetzt gerade noch mal gelesen, eröffnet das sogenannte Döner Museum in Berlin eine Ausstellung, die man bis Ende Mai auch besuchen kann. Und dann bin ich ins rabbit hole ein bisschen gefallen und habe dann auf Twitter gesehen, dass es ein Thread gibt, wo es nur darum geht, Bilder zu teilen, auf denen die Ex Kanzlerin Angela Merkel Döner schneidet.

Also es ist der Döner ist sehr symbolträchtig, wir wissen das. Aber neben diesem sehr besonderen Gericht ist ja diese Vermischung und das, was du meinst Orkide also die stete Veränderung macht es besser. Das ist das, was ich jetzt mitnehme von dem, was du gesagt hast, eigentlich der Knackpunkt. Gibt es denn etwas, was ihr sagen würdet, wenn wir jetzt auf unser Gespräch zurückblicken und darauf, dass ihr einfach wirklich eine Plattform schaffen könnt?

Vor Ort? Ob es jetzt auch digital ist oder physisch? Das ist ja eigentlich der Hauptfaktor. Habt ihr Wünsche für die Zukunft, Wie das Thema weitergehen soll?

00:36:39:18 – Orkide

Mir fällt jetzt nichts anderes.

00:36:42:18 – Serap 🎙️

Oder was möchtet ihr den Zuhörenden vielleicht dazu noch mitgeben?

00:36:45:18 — Orhan 👨🏻‍🍳

Einfach immer aufmerksam zu sein? Ich versuch das halt auch nicht immer so zu verdrehen. Also versuchen auch die Begriffe, die wir im Türkischen haben, auch weiterzuleben. Also Lahmacun heißt lahmacun, was ja nicht ein türkisches Wort arabisches Wort trotzdem heißt es lahmacun und nicht türkische Pizza. Und es ist nicht immer dieser Vergleich, weil in dem Moment, wo wir anfangen Sachen zu vergleichen, Mantı ist türkische Ravioli.

Nein, ist es nicht. Es ist was ganz anderes damit auch mit seiner Kultur sich zu identifizieren, genau in diese Erinnerungskultur zu gehen, dass man weiß, wo man herkommt, um zu wissen, wo man hingeht.

00:37:19:00  — Orkide 👩🏻‍🍳

Das ist auch eine Art Huldigung.

00:37:21:01  — Orhan 👨🏻‍🍳

Genau. Und auch Huldigung an alle Kulturen, an alle Vorfahren. Und das machen wir jetzt heutzutage in der ganzen Dokumentation, im Food Bereich, im Kunstbereich etc. Aber das ist, in der Alltag auch ein bisschen mehr reinkommt und dass man auch zu seinen türkischen Vorfahren auch steht und nicht immer das verdreht. Also du hast ja diesen Begriff assimilieren gesagt Hey, wir verändern uns andauernd.

Das ist die einzige Konstante, die wir im Leben haben. Aber wenn man das nicht andauernd verdreht und dann irgendwie so ach, die könnten ja jetzt sagen nee, das ist so und so, weil die anderen ja besser wissen, Nein, du stehst dazu zu deiner Kultur, so ist es gewesen, so wird es auch weitergelebt und so möchte ich es auch an meine Kinder weitergeben.

Das haben wir in einem Buch geschrieben. *büyüklerimizden küçüklerimize* Das ıst uns sehr wichtig und dann aber auch in Anführungszeichen, richtig. Darum auch der Begriff auf Deutsch. Also richtig. Genau das ist der Leitgedanke. Genau geht es.

00:38:15:12  — Orkide 👩🏻‍🍳

Ja, aber wir würden uns einfach wahnsinnig darüber freuen, wenn aus unserem Projekt oder Menschen, mit denen wir gemeinsam arbeiten, die unsere Kochbücher kaufen werden, einfach in jedem deutschen Haushalt einfach mal ein paar türkische Gerichte in die Küche Einzug halten. Dann hätte ich das Gefühl, so ein bisschen von uns wäre an die zukünftigen Generationen weiter gegangen. Und das ist das.

00:38:37:02 — Orhan 👨🏻‍🍳

Schöne, Du haben das schon geschafft, weil wir haben vor ein paar Jahren gemerkt, dass du bei Google gefallen sind. Also unsere Rezepte waren früher immer auf Platz eins, jetzt sind sie gefallen. Wir sind überholt worden von großen deutschen Unternehmen wie Essen, Bild der Frau, Chefkoch. Die haben all die türkischen Rezepte, uns.

00:38:54:18  — Orkide 👩🏻‍🍳

Deutsche Foodblogger.

00:38:55:17 — Orhan 👨🏻‍🍳

Deutsche, die haben das alles übernommen, was wir schon geschrieben haben und haben uns überholt. Und ich gucke mit einem lachenden und einem weinenden Auge daraufö weıl voll Scheiße, Wir sind jetzt nıcht mehr top und wir sind eigentlich die Authentischen, aber das Thema ist vorne und es bringt einen ganz anderen Blick auf die Türkei.

00:39:13:21  — Orkide 👩🏻‍🍳

Das freut uns auf jeden Fall.

00:39:16:02 – Serap 🎙️

Und nehmt ihr das in der Türkei auch irgendwie auf eine besondere Art und Weise, sodass wenn ihr das darauf auch noch mal bezieht, die Art, wie ihr euch dem Thema widmet? Habt ihr da vielleicht einen Wunsch an die Person? Also ich nenne das jetzt mal Vorderasien, weil hier irgendwie gefühlt alles dabei ist. Habt ihr da vielleicht einen Wunsch in die Region, wie das da mit dem Thema Esskultur und Erinnerungskultur weitergehen kann?

00:39:38:09  — Orkide 👩🏻‍🍳

Einfach offen sein für alles. Nicht versuchen, sich mit dem Essen abzugrenzen, sondern die Gemeinsamkeiten aufzutun. Das ist viel, viel wichtiger und wertvoller.

00:39:46:23 — Orhan 👨🏻‍🍳

Die müssen einfach mehr kommunizieren und mehr dahinter stehen. Das ganze Fine dining, was aus dem Französischen kommt mit Sterneküche etc. Das hoch pushen dieser ganzen Kultur hat ja dazu geführt, dass Sachen, die aus dem arabisch mittelasiatischen Raum kommen oder aus dem chinesischen Raum kommen, gar nicht so gesehen werden, weil da gibt es ja diese Sterne und das ist ja eine Kultur oder eine andere Entwicklung, die ich sehr traurig finde, weil das Osmanische, das Asiatische, Chinesische ist viel, viel älter und viel komplizierter als manch fıne dınıng drin und die werden gehypt, die halten sich gegenseitig und der, der Bäcker oder der Koch das seit 50 Jahren macht, der ist ja immer noch in seiner kleinen Kascheme, macht das perfekt. Aber es wird nicht geholfen. Und das finde ich sehr traurig.

00:40:28:11  — Orkide 👩🏻‍🍳

Ja, das stimmt, aber das kommt ja in den letzten paar Jahren hat das wirklich aufgeholt. Es gibt sehr viele Spitzenköche in der Türkei, die auch inzwischen Sterneküche machen. Also das Sterne-System ist jetzt in der Türkei endlich angekommen. Die alte traditionelle Rezepte, Zutaten, Zubereitungsarten zusammen mit dem Neuen mischen und wieder neue Sachen entstehen lassen, die also dem Alten huldigen und eben mit neuen Techniken.

Das auf die moderne Art und Weise, die haben die meisten Sterne geholt inzwischen und das zeigt ja, dass diese Kombination dieser beiden Skills, sage ich mal, einfach zu einem viel besseren Ergebnis führen kann. Das finde ich schön.

00:41:04:17 — Orhan 👨🏻‍🍳

Ja, ich finde es schön, wenn sie uns auch ein bisschen ab und zu sehen, weil die sind ja so ein bisschen in ihrer eigenen Wolke und innerhalb von der Türkei sehr stark. Und so ist ihr Masterchef. Und so weiter. Die sind so ein bisschen in ihrer eigenen Wolke, die sehen Europa nicht, die kommen dann hier nach Europa und denken so sind die Stars.

Aber dann sind merken die Scheiße, keiner kennt uns hier und da müssen sie noch hin, das braucht noch ein bisschen. Aber ich glaube, dass das auch leider mit der Politik zu tun hat, dass Türkei noch ein bisschen anders gesehen wird im Moment, weil sie die nächsten Jahre werden. Ja.

00:41:43:12 – Serap 🎙️

Ich danke euch sehr für das Interview, liebe Orkıde, lieber Orhan, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe auch heute extra meine Pizza Socken angezogen, um schon im Thema drin zu sein. Ich bedanke mich außerdem sehr bei unseren Unterstützern und Förderern für die Aufnahme dem CCRD, dem Center for Cooperative Research and Democracy an der Humboldt Universität zu Berlin.

Und wenn ihr mehr zum Thema Essen und Rezepte erfahren wollt, dann besucht auf jeden Fall das KochDichTürkisch-Foodstudio hier in Düsseldorf Flingern bucht einen Kochkurs, kauft alle fünf Kochbücher, checkt den Onlineshop ab oder wenn ihr euch einfach abends mal wieder nach gutem Essen sehnt und euch der Schmacht herüberkommt, dann scrollt auf Instagram unter @kochdichTuerkisch nach dem perfekten Poğaça-Rezept und ihr seid hungrig auf mehr Post.

Migrantische Themen in Deutschland. Dann könnt ihr uns auch auf Instagram unter @maviblau folgen oder stöbert in unserem Magazin auf www.maviblau.com. Auf Wiederhören und vielen Dank euch!

MaviBlau

Maviblau ist eine Kulturplattform, die sich mit (post-)migrantischen Themen in Deutschland auseinandersetzt sowie den Austausch zwischen der Türkei und Deutschland fördert. Wir hatten mit Ihnen schon mal ein Interview in 2017: *Nun also doch Kebap*.

Die eine “richtige” Linsensuppe gibt es nicht…

Welche Aufgabe hat Erinnerungskultur?

Erinnerungskultur bedeutet, dass wir uns aktiv mit der Vergangenheit und unseren Erinnerungen auseinandersetzen, um sie als Teil der neuen Gesellschaft einzubinden. Erinnern heißt aus der Vergangenheit zu lernen.

Wie entsteht Erinnerungskultur?

Eine Erinnerungskultur entsteht, wenn einzelne Personen, Gruppen oder Gemeinschaften sich aktiv an vergangene Ereignisse erinnern, sich damit auseinandersetzen, darüber sprechen und es so weiter tragen.

Orkide & Orhan leben Erinnerungskultur mit der türkischen Küche

🧿 Über uns ~ KochDichTürkisch 🧿

Falls ihr mehr über die türkische Küche, Meze und Warenkunde wissen möchtet, so stöbert doch mal in unseren Artikeln im Blog. 🧑🏻‍💻 — Wir führen viele besondere Lebensmittel, türkische Weine, Kochbücher, Gewürze, Geschenkkörbe und Gutscheine für Kochkurse. Diese Produkte findet ihr im Onlineshop oder vor Ort in unserem Ladenlokal in Düsseldorf. Wir freuen uns auf Euch. 👩🏻‍🍳👨🏻‍🍳

Sucht ihr authentische Infos zur türkischen Kultur und Küche, oder türkische Rezepte zum Nachkochen, so findet ihr sie auch als Koch- und How-To-Videos auf Youtube, Facebook und Instagram.

Wir freuen uns wie immer sehr über Verlinkungen und Hashtags (@KochDichTürkisch und #KochDichTürkisch), wenn ihr eines unserer Rezepte nachkocht. Viel Spaß dabei und guten Appetit!

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